Abfindung aushandeln trotz Sozialplan

Marktfrauen vom Hase-Brunnen vom alten Rathaus Hannover

Betriebsrat und Arbeitgeber vereinbaren Regelungen über Nachteile bei Betriebsänderungen – und schon haben wir einen Sozialplan. Aus arbeitsrechtlicher Perspektive ist ein Sozialplan darum für uns interessant, weil hierin der Arbeitgeber mit dem Betriebsrat den Anspruch auf Zahlungen von Abfindungen bei einer Kündigung regelt. Häufige Nachteile einer Betriebsänderungen sind nämlich leider betriebsbedingte Kündigungen. Dann wird als Entschädigung eine Abfindung fällig. Wie die Höhe der Abfindung zustande kommt hat zwei Ursachen: ein besonders versierter Betriebsrat kann zum einen gute Abfindungen aushandeln. Zum anderen kommt es auf den Status der jeweiligen Arbeitnehmer an.

Faktoren für die Höhe der Abfindung

Folgende Faktoren beeinflussen die Höhe der Abfindung maßgeblich:

  • Lebensalter
  • Betriebszugehörigkeit
  • Unterhaltsverpflichtungen

Arbeitnehmer, die von einer betriebsbedingten Kündigung betroffen sind, haben Anspruch auf eine Abfindung, wenn es einen Sozialplan gibt. Arbeitnehmer, die Anspruch auf Zahlung der Abfindung haben, können diese sogar einklagen.

Rechtsanwalt Dipl.-Ing. Michael Horak, LL.M.

Höhere Abfindung fordern

Aber jetzt wird es für uns interessant, akzeptieren müssen die Arbeitnehmer die Abfindung nämlich nicht, wenn sie damit nicht zufrieden sind. Sie können eine höhere Abfindung fordern.

Falsche Vorurteile

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Arbeitnehmer falsche Vorurteile haben, sie denken nämlich ein Sozialplan sei bedingungslos. Sie meinen, dass sie die dort geregelte Abfindungszahlung hinnehmen müssen. Viele Arbeitnehmer können sich nicht vorstellen, dass Verhandlungsspielraum für ihre Abfindung besteht.

Die Höhe einer Abfindung aus einem Sozialplan ist allerdings nicht in Stein gemeiselt. Jeder Arbeitnehmer hat die Möglichkeit über den Sozialplan hinaus mit seinem Arbeitgeber zu verhandeln.

Verhandlung wagen

Jeder Fall ist jedoch individuell unterschiedlich und wie empfehlen darum genau zu prüfen, ob sich dies wirtschaftlich lohnt. Aus unserer Erfahrung heraus ist eine Verhandlung oftmals jedoch sinnvoll und Sie können womöglich noch etwas herausholen.

Trotz Sozialplan ist der Arbeitgeber in der Regel bereit weiter über Abfindungen zu verhandeln.

Definition eines Sozialplan

Ein Sozialplan ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Betriebsrat. Steht eine Betriebsänderung an, so sollten die beiden Parteien einen Sozialplan erstellen. In dem Plan stehen die Nachteile, die durch die Betriebsänderung auf Arbeitnehmer zukommen, im Mittelpunkt. Zweck des Plans ist es die Nachteile, die die Betriebsänderung zur Folge hat, abzufedern.

Betriebsänderung

Eine Betriebsänderung bedeutet, dass der Arbeitgeber die Strukturen eines Betriebes erheblich verändert. Von der Verlegung des Betriebs über die Auflösung bis zum Zusammenschluss von Betriebsteilen kann eine Veränderung viele Gesichter haben. Aber auch die Einführung neuer Arbeitsmethoden und Arbeitsabläufe kann eine elementare Betriebsänderung auslösen. Kündigungen, Versetzungen oder Umschulungen können die Folge sein.

Praktisch kann das beispielsweise heißen, dass der Arbeitgeber eine Abteilung schließt, weil er eine neue Software einführt und demzufolge eine Abteilung überflüssig wird. Einige Arbeitnehmer möchte der Arbeitgeber darum entlassen und die restlichen auf andere Abteilungen verteilen. Auch wenn der Arbeitgeber Teile eines Betriebes outsourct, kommt es zu solchen Szenarien.

Zweck des Sozialplans

Betriebsrat und Arbeitgeber sollten sich nun einigen, wie sie mit den Arbeitnehmern verfahren, die von den Änderungen betroffen sind. Wirtschaftlichen Nachteile soll der Sozialplan ausgleichen und mildern. > mehr unter Sozialplan

Leitende Angestellt sind vom Sozialplan ausgenommen.

Abfindung aushandeln trotz Sozialplan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben scrollen